Neues zur Nasenatmung: warm-kalt, uuuh!

623 Sonnenstunden hatten wir in Bayern über die Sommermonate

und waren damit das zweitsonnigste Bundesland nach Baden Württemberg.

 

Für Manche war das wunderbar:

Sonne satt und stabil warmes Wetter,

Andere haben gelitten unter der massiven Hitze und den Belastungen für den Kreislauf.

Und jetzt gerät manche/r durch den abrupten Temperatursturz womöglich wieder leicht ins Frösteln.

Im Zusammenhang mit dem Wechsel von Hitze und Kälte wurde ich an eine Atemübung aus dem Yoga erinnert - anregt durch meine spannende (Sommer-)Lektüre: die wechselseitige Nasenatmung. Die Übung war mir bekannt, aber - was ich noch nicht wusste und was Forschungsergebnisse aus dem Buch "Breath" von James Nestor nahelegen: Atemzüge durch das linke oder aber rechte Nasenloch scheinen im Organismus Unterschiedliches zu bewirken, also uns beispielweise zu kühlen bzw zu erwärmen.

Das heißt, ganz bewusst eingesetzt, kann ich mich durch das Praktizieren der Nasenatmungsübung entweder im Temperaturhaushalt harmonisieren (Wechsel der Nasengänge) oder aber gezielt erwärmen bzw erfrischen, also eine Seite intensiver oder ausschließlich beüben, je nach Bedürfnislage.

Außerdem profitieren - so legt es das Buch nahe- Sympathikus bzw Parasympathikus vom Zirkulieren des Luftstroms je in einer anderen Nasenseite., können uns also eher anregen oder entspannen. Wie interessant!

Vielleicht hast Du ja Lust, das selbst mal zu erforschen?  Dann los: 

 

NASENATMUNG: wechsel- oder einseitig

 

Such Dir einen Platz, an dem Du ungestört bist,  setze oder lege Dich  bequem hin.  

 

"Parke" einen oder zwei Finger (zb Mittelfinger und/oder Zeigefinger) einer Hand  auf den Punkt zwischen Deinen Augenbrauen (oder klappe sie ein, wie der junge Mann auf dem Foto). Das kann bequemer sein für die Hand, als sie dauernd hochzuhalten. 

Daumen und Ringfinger sollen im Folgenden,  je eines Deiner Nasenlöcher in den Atempausen sanft verschließen.  

Lege also jetzt Daumen oder Ringfinger an eines Deiner Nasenlöcher, verschließe es   und atme durch das offen/frei bleibende Nasenloch erst einmal ruhig und sanft aus.

Dann verschließe dieses  aktive Nasenloch wieder für eine kurze Atempause (ca 1-4Sekunden) und  öffne für die nächste Einatmung wieder einen Nasengang, lass dort sanft die Luft einströmen, dann verschließe wieder das Loch mit dem betreffenden Finger für einen kurze Pause nach der Einatmung. Lass wieder einen Nasengang frei, indem Du den Finger davon löst, atme aus, Verschließen, Pause, eine Seite Öffnen, Einatmung, Verschließen, Pause, Öffnen, Ausatmen....und so fort....

 

Üblicherweise wird in der klassischen Übung abgewechselt, also zB rechts aus, rechts wieder ein, dann links aus und auch  links wieder ein, dann wieder neu, rechts aus , rechts ein, links aus, links ein- immer mit der kurzen  Pause dazwischen. So kannst Du auch verfahren für eine Harmonisierung aller Funktionen. 

 

Wenn Du Deinen Körper aber erwärmen und eher anregen willst (Impulse für den Sympathikus ), dann atme erstmal nur oder zum Beispiel doppelt so häufig über Dein rechtes Nasenloch.

Umgekehrt, wenn Du Deinen Körper kühlen und/oder  beruhigen willst  (Impulse für den Parasympathikus ), dann  benutze erstmal nur oder zum Beispiel doppelt so häufig für die Übung Dein linkes Nasenloch. Zur intensiveren Beruhigung kannst Du zusätzlich auch noch  die Ausatemphase etwas länger machen, als die Einatem-Phase. Du kannst hierfür etwa innerlich mitzählen, zB Einatmen auf 4, Pause auf 1-2, Ausatmen auf 6 Zähleinheiten...je nach Deinem Atemrhythmus. 

 

Viel Erfolg und "einen guten Riecher" beim Forschen und Atmen! 

 

 

Foto: Ivan Samkov via Pexels

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